 |
Der heilige Gral des Mannes ist
die Frau
Gemälde, Zeichnungen
und Texte von Dieter Duhm
|
| Hrsg. Madjana Geusen |
ISBN 3-927266-20-5, Softcover,
236 S., Format 26x21cm, 252 farb., 29 s/w Abb., Verlag
Meiga, 2006
29.- €, 49,- sFr
|
„Es
gibt die Welt, die wir erschaffen, und es gibt die Welt,
die uns erschaffen hat. Die beiden müssen zusammenkommen.
Das ist das Ziel der Reise.“ (Dieter Duhm)
|
In vorliegendem Buch, herausgegeben
von der Galeristin Madjana Geusen, geht es um eine neue
Kunstidee und ihre Entstehung. Sie hat zu tun mit Liebe,
revolutionärer Befreiung und Frieden unter Menschen.
Sie sucht die ursprüngliche Einheit von Mensch und
Schöpfung wiederzufinden, so wie sie zur Zeit vor der
patriarchalen Epoche auf der Erde bestanden hat. Kunst und
Kult waren damals dieselbe Handlung für dieselbe Zelebration
des Lebens. Kunst, wie sie hier wiedergegeben wird, ist
Danksagung, Auflehnung der Kreativität gegen die Normen
der Gesellschaft, Weg zur Erkenntnis: „Je
tiefer wir in der Kunst kommen, desto mehr ahnen wir die
Funktionsweise der Schöpfung. Kreiselnd, oszillierend
und doch treffsicher, absichtslos und doch präzise,
voller Konzentration und doch ohne Anstrengung. Man nähert
sich dem Prinzip des östlichen Wu-Wei, Tun durch Nicht-Tun.
Dies sind universelle Lebensvorgänge, die durch einen
hindurchgehen und das Werk gestalten.
Wer malt, wenn ich male?
Wer denkt, wenn ich denke?
Konnten wir schon einmal staunen über das Wunder der
eigenen Existenz?“
Die vorliegenden Gemälde, Zeichnungen
und Texte spiegeln das Werk eines Menschen, der die Ebene
individueller Eitelkeit und persönlicher Stile verlassen
hat. Aufgewachsen im Krieg und schon früh mit der Erfahrung
von Gewalt konfrontiert, widmet Dieter Duhm sein Leben der
globalen Überwindung von Angst und Gewalt. Er, der
Künstler, mußte ein politischer Mensch werden,
der sein radikales Leben „malend
begleitet“, um trotz allem
Schlimmen auf der Erde dem Schönen einen Ausdruck zu
geben. Die Kunst ist sein Tor zu jener anderen Wirklichkeit
der Liebe, die seine politischen Projekte nährt und
ihnen ihre Zielrichtung gibt. Es geht ihm nicht um l'art
pour l'art, sondern um eine neue Art des Zusammenlebens
unter Menschen - Frieden, Angstfreiheit, Sinnlichkeit, Wahrheit,
zwischen Mann und Frau, Mensch und allen Mitgeschöpfen.
Aspekte dieses neuen Lebens wurden immer wieder in den Kunstkursen
erfahrbar, die Dieter Duhm seit 1984 geleitet hat. Das Buch
enthält einige Texte, die während solcher Zeiten
entstanden sind und die etwas von diesem Geist vermitteln:
„Es gibt einen ganz speziellen
Humor und ein Lebensglück, das sich einstellt, wenn
eine Gruppe von Menschen gemeinsam Kunst macht. Wenn „es“
geschieht, dann ist das für alle ein besonderes Heilungserlebnis.
Es ist etwas ganz Besonderes und offenbar sehr Heiteres,
was da entdeckt wird. Was es ist, soll nicht zu früh
benannt werden, aber es existiert. In der Kunst das kindliche
Jubilieren wiederfinden, das wir von der Liebe kennen.“
Diese Erfahrungen sollen hineingeholt
werden ins Leben, hochgeholt ins Bewußtsein. Im Medium
der Kunst die Logik der Liebe wiederfinden und sie unter
Menschen verwirklichen. Von dieser Arbeit, diesem unbeirrbaren
Einsatz für die Wahrheit unter Menschen und von einer
großen Liebe zum Leben, davon zeugt dieses Buch. Es
ist der Vorgeschmack einer anderen Daseinsweise, die bereits
greifbar nahe liegt.
|