| DIE FRIEDENSSCHULE
MIRJA
Die Schule Mirja ist eine Friedensschule
im Rahmen des Zukunftsprojekts "Tamera". Sie liegt
im portugiesischen Alentejo. Hier wird seit einigen Jahren
ein neues Konzept für globale Friedensarbeit entwickelt:
das "Projekt der Heilungsbiotope".
Heilungsbiotope sind globale Kulturzentren von einigen hundert
Bewohnern, in denen neue Formen der Kooperation von Mensch,
Natur und Schöpfung entwickelt werden. Ihre Überlebenskraft
ist in einem Lebensprinzip verankert, welches als "universelle
Daseinsweise" beschrieben wird. Die Schule Mirja vermittelt
die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für den Aufbau
funktionierender Heilungsbiotope und für ihre weltweite
Vernetzung notwendig sind. Die Schule ist verbunden mit
einem politischen Ashram, wo die Gedanken der Grundausbildung
durch ein mentales und körperliches Training vertieft
werden.
1.
Die derzeitige menschliche Zivilisation
ist am Ende. Die wirtschaftliche und politische Globalisierung
ist eine Globalisierung der Gewalt. Demokratisch gewählte
Regierungen beteiligen sich am Völkermord. Die globale
Geldherrschaft lebt von der Vernichtung ihrer Opfer. Das Inferno
kommt täglich näher. Die gequälten Völker,
Menschen und Tiere haben keinen Schutz und kein Forum auf
der Erde. Die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens - Wahrheit,
Vertrauen, Anteilnahme, Solidarität und Hilfe für
die Hilfsbedürftigen - sind ruiniert. Wir brauchen keine
Reformen mehr, wir brauchen Frieden. Friede ist keine Reform,
sondern die vollkommenste Revolution unserer Lebensverhältnisse.
Die Spezies Mensch braucht ein neues Siedlungskonzept für
ihr Dasein auf dem Planeten Erde. Wir brauchen eine neue Einbettung
in das Ganze der Schöpfung, eine neue Ordnung der menschlichen
Gemeinschaft, ein neues Konzept für Sexualität und
Liebe, eine neue Art von politischer Vernetzung und eine fundamentale
Verständigung mit allen anderen Mitgeschöpfen der
Erde.
2.
Die Schule Mirja ist eine Ausbildungsstätte
für den Aufbau einer globalen Friedenskraft. Hier werden
Friedensarbeiter ausgebildet für die kulturellen und
politischen Aufgaben, die in den nächsten Jahren und
Jahrzehnten auf uns zukommen. Sie dient auch der Berufsfindung
im Rahmen einer neuen, planetarischen Friedenskultur. Die
Gedanken und Ziele dieser Friedensarbeit sind aufgeschrieben
im "Tamera-Manifest" (Dieter Duhm, März 1999).
Alle Mitarbeiter der Schule Mirja - die Schüler wie die
Lehrer - befinden sich in einem höheren Status der Schülerschaft.
Das Lernen erfolgt in einem schöpferischen Kontinuum,
wo alle Zeichen und Impulse - seien es Träume oder Tagesereignisse,
politische Nachrichten oder ein unerwarteter Telefonanruf
- in die Ausbildung einbezogen werden. Sinngemäß
nach Martin Buber: Wir beten, und Gott antwortet durch die
Ereignisse, die uns entgegenkommen.
Alle Schüler der Schule Mirja haben vorher verschiedene
Veranstaltungen in Tamera durchlaufen. Das Mindeststudium
an der Schule Mirja dauert ein Jahr. Es besteht aus einer
dreimonatigen Grundausbildung und einer anschließenden
neunmonatigen Praxis. Für professionelle Mitarbeiter
dauert die Ausbildung drei Jahre. Die Schüler - meistens
zwischen 20 und 40 Jahre alt - erhalten in dieser Zeit einen
Überblick über das Projekt der Heilungsbiotope,
über andere internationale Projekte, über ihre eigenen
Einsatzmöglichkeiten und über die erforderlichen
Berufe der entstehenden Friedenskultur. Die Grundausbildung
dient ihrer Vorbereitung auf die Mitarbeit im globalen Friedensnetzwerk,
sei es die Mitarbeit in Tamera, die Zusammenarbeit mit anderen
Gemeinschaften und Zentren, die Kontaktaufnahme mit alten
Friedensvölkern oder ein humanitärer Einsatz in
Krisengebieten. Vor allem studieren sie in Theorie und Praxis
die Möglichkeiten für ein zukünftiges gewaltfreies
Zusammenleben aller Kreatur auf Erden. Die Basis der hier
entwickelten Friedensarbeit liegt in der "universellen
Daseinsweise", d.h. in der Wiederverbindung mit den höheren
Ordnungen und den heiligen Kräften der Schöpfung.
Alle Schüler arbeiten in der einen oder anderen Weise
am Aufbau funktionierender menschlicher Gemeinschaften, denn
nur in lebendigen Gemeinschaften kann das Friedenswissen entstehen,
das wir heute brauchen, und nur gemeinschaftsfähige Menschen
sind in der Lage, eine Lösung zu sehen für die anstehenden
sozialen, sexuellen, spirituellen und ökologischen Probleme
unserer Zeit. Das autonome Individuum, welches in der Lage
ist, sich und sein Leben angstfrei aufzubauen, ist kein privates,
sondern ein kommunitäres Wesen. Alles Sein ist von kommunitärer
Natur, alle Entwicklung erfolgt in Gemeinschaft, alle Evolution
ist Koevolution. Die Voraussetzungen für eine gesunde
Koevolution sind Wahrnehmung und Vertrauen. - Auf diesem Wege
schließt sich immer wieder der Kreis von Theoriebildung
und Lebenspraxis.
Somit ergeben sich die Hauptthemen im Unterrichtsprogramm
der Schule Mirja:
| 1. |
Die Herstellung von Vertrauen
unter Menschen. |
| 2. |
Die Kooperation mit Pflanzen, Tieren
und geistigen Wesen. |
| 3. |
Der Aufbau überlebensfähiger
Zukunftsgemeinschaften. |
| 4. |
Die Wiedereinordnung des menschlichen
Lebens in die universellen Ordnungen der Schöpfung.
|
| 5. |
Die Heilung der Sexualität und
ihre Befreiung von allen Ängsten und Erniedrigungen.
|
| 6. |
Die Einleitung profunder seelischer
und körperlicher Heilungsprozesse. |
| 7. |
Die Unterbrechung der weltweiten Kette
von Angst und Gewalt durch den Aufbau einer konkreten
Friedensinformation. |
| 8. |
Gruppenleitung. |
| 9. |
Globale Netzwerkarbeit. |
| 10. |
Politische Theorie der Heilungsbiotope.
|
3.
Die Wiedereinordnung des menschlichen
Lebens ins kosmische Ganze verlangt eine tiefe Überwindung
der geschichtlich gespeicherten Angst. Wenn wir die weltweite
Kette von Gewalt und Angst überwinden wollen, müssen
wir sie in uns selbst überwinden. In bewegenden Rückführungstrancen
erleben die Gruppenteilnehmer, wie sehr wir alle - mal als
Täter, mal als Opfer - in diese geschichtliche Kette
aus Angst und Gewalt verstrickt sind und welche Folgen das
hat für unser gegenwärtiges Leben. Am tiefsten liegen
die Verstrickungen im sexuellen Bereich, weil hier in der
patriarchalen Epoche der letzten 5000 Jahre die brutalsten
Mittel verwendet wurden, um Angst und Gewalt als Herrschaftsmittel
- zunächst gegen die Frau, dann gegen alle "Geringeren",
"Unbotmäßigen" oder "Sünder"
- durchzusetzen. Wenn wir daran denken, daß noch vor
wenigen Jahrhunderten Männer der Kirche ernsthaft begonnen
haben, das weibliche Geschlecht auszurotten (Hexenhammer,
Inquisition), wenn wir sehen, mit welchen "Schwanz ab!"-
Parolen der moderne Feminismus zurückgeschlagen hat,
dann ahnen wir, mit was für einem schweren Erbe wir alle
- Männer wie Frauen - im sexuellen Bereich belastet sind.
Die Unterdrückung oder Verflachung der Sexualität
ist in allen männlichen Religionen und Staaten das Herrschaftsmittel
Nummer Eins geworden. Sie ist auch die Voraussetzung für
den hemmungslosen Konsumismus, welcher unsere Kinder, unsere
Natur und unseren Planeten zerfrißt. Aus diesem Grund
ist eine Heilung von Mensch und Erde nur möglich, wenn
es gelingt, die Sexualität zu heilen und den sexuellen
Energien ihre göttliche Ordnung zurückzugeben. Eine
neue Kultur wurzelt in einem neuen Verhältnis der Geschlechter.
Die heute angebotenen Reformkonzepte haben nicht mehr die
Kraft einer wirklichen Erneuerung. Sie respektieren nicht
die Tatsache, daß Heilung mit Heiligung zu tun hat und
daß die geistige Heilung nur gelingen kann, wenn sie
verbunden ist mit der sinnlichen Heilung - und umgekehrt.
Dies sind keine leeren Worte, sondern ernsthafte Anforderungen
an unsere eigene Arbeit. Die Gemeinschaften der Zukunft werden
den sexuellen Knoten gelöst haben - oder sie werden nicht
existieren. Religion und Eros waren die Quellen unserer Existenz.
Wir brauchen neue Konzepte für beide, damit sie es wieder
werden können.
In diesem Sinne ist die Schule Mirja eine "exoterische"
Mysterienschule, wo Wissen aus alter Zeit mit den Erfordernissen
einer neuen Kulturepoche verbunden wird. Im Innersten steht
die Transformation der Gewalt, die Wiederverbindung mit den
göttlichen Schöpfungskräften und die Wiederentdeckung
unserer Gaia-Erde als eines einheitlichen, beseelten und bewußten
Lebenskörpers. Die einzelnen Lernschritte sind oft begleitet
von ungewöhnlichen Kontakten mit Tieren. Tiere sind Aspekte
der Gaia-Seele und suchen die Kooperation mit uns. Unter solchen
Gesichtspunkten entwickelt sich von selbst eine umsichtige,
pflegende und vegetarische Lebensweise.
4.
Ein zentraler Lernbereich der Schule Mirja
ist der Aufbau funktionierender Gemeinschaften. Wir brauchen
hier vollkommen neue Konzepte. Keines der alten Konzepte von
Führertum und Anhängerschaft, Zugehörigkeit
und Ausschließung, Kollektivismus und Uniformismus,
Zusammenhalt im Inneren durch Feinde im Äußeren
etc. ist in der Lage, den Erfordernissen eines gewalt- und
angstfreien menschlichen Zusammenlebens zu entsprechen. Auch
die neueren Begriffe von "autoritär" oder "antiautoritär",
"zentralistisch" oder "dezentral", "Hierarchie"
oder "Basisdemokratie" geben nicht viel her, wenn
es darum geht, reale, haltbare, positive Fundamente zu legen
für ein neues Vertrauen unter den Menschen. Die neuen
Gemeinschaften sind selbstverständlich basisdemokratisch,
aber was für innere Qualitäten von Wahrheit, von
Verantwortungsbewußtsein und kommunitärer Ethik
müssen die Mitglieder einer Gemeinschaft entwickelt haben,
um wirklich basisdemokratisch agieren zu können? Die
Gemeinschaften der letzten 30 Jahre scheiterten nicht an einem
äußeren Feind, sie scheiterten an ihren inneren
Konflikten und Rivalitäten.
Wenn wir die ökologischen und sozialen Krisen, die wir
herbeigeführt haben, überleben wollen, sind wir
gezwungen, uns auf völlig neue, dramatische Gemeinschaftsunternehmen
einzulassen. Gemeinschaft unter Menschen, aber dann auch Gemeinschaft
mit allen Lebewesen und - auch wenn es seltsam klingen mag
- Gemeinschaft mit den geistigen Kräften des Universums.
Höheres Sein ist umfassenderes Vereintsein, sagte Teilhard
de Chardin in seiner Schau auf die höheren und stabileren
Ordnungen des Lebens. Die Basis einer funktionierenden Menschengemeinschaft
ist das Vertrauen. Vertrauen ergibt sich aus der Wahrheit,
aus der gegenseitigen Unterstützung und aus der Transparenz
der Ereignisse, vor allem aus der Transparenz der bestehenden
Machtstrukturen, Entscheidungsstrukturen und sexuellen Strukturen.
Einleuchtende Modelle für die menschliche Gemeinschaft
ergeben sich unter anderem aus den Systemen von Holografie
und Chaosforschung. Es sind nichtlineare, offene, nirgends
abgeschlossene und sehr komplexe Systeme, in denen sich das
Gemeinschaftsleben der Natur organisiert hat. Aus dem Studium
solcher Systeme ergeben sich die notwendigen Parameter für
Funktionsfähigkeit, Überlebenskraft und Wachstumsmöglichkeiten
menschlicher Gemeinschaften. Sie ergeben sich allesamt aus
der Verbindung und Übereinstimmung (Kompatibilität)
mit den nächst höheren Strukturen der Schöpfung.
Diese höhere Übereinstimmung mit universellen Ordnungen
ermöglicht einen Vorgang, der für die weitere Evolution
des Menschen entscheidend ist: die angestauten Energien, die
in den alten Systemen regelmäßig "nach unten"
entladen wurden durch Zerstörung und Krieg, können
jetzt "nach oben entkommen" und auf einer höheren
Ordnungsebene wirksam werden. Das Ordnungsprinzip chaotischer
Lebenskräfte liegt nicht unter, sondern über den
Ordnungsstrukturen der alten bisherigen Gesellschaften. Die
gewünschte Stabilität schließt auf dieser
höheren Ebene unsere elementaren Triebkräfte nicht
mehr aus, sondern ausdrücklich ein. Damit ist die verhängnisvolle
moralische Doppelbödigkeit aufgehoben, in der sich die
menschliche Gesellschaft jahrtausendelang bewegen mußte.
Dies sind Zusammenhänge, die in der Schule Mirja auf
vielfältige Weise durchdacht und entwickelt werden.
Man sieht, warum eine gute Portion von ganz elementarer Theoriebildung
zum Ausbildungsprogramm der neuen Zentren gehören sollte.
Hier entsteht nicht einfach akademische Wissensvermehrung,
sondern neues Wissen im Sinne einer neuen Gesamtorientierung.
Es ist ein "Studium generale" neuen Typs. Die ca.
30 Teilnehmer eines dreimonatigen Kurses bilden eine Gemeinschaft,
welche an sich selbst die neuen Prinzipien prüfen und
verstehen kann. So ist die Forschungsarbeit in der Schule
Mirja immer mit ganz konkreter eigener Erfahrung verbunden.
"Nur Stämme werden überleben" - dieser
Satz eines Indianerführers (Vine Deloria jr.) ist vielleicht
etwas übertrieben, trifft aber den Kern der Sache, falls
wir bei "Stämmen" nicht an Höhlenbewohner
denken, sondern an hochbewußte Kristallisationskerne
der nachkapitalistischen Menschheit.
5.
Ein wesentlicher Teil der Ausbildung ist
die "Arbeit an sich selbst". Wir können im
Äußeren nur so viel Frieden bewirken, wie wir im
Inneren erreicht haben. Die Konflikte, die wir im Äußeren
erleben, sind Widerspiegelungen von Konfliktpotentialen, die
wir - als Teil der Geschichte und als Teil der Menschheit
- in uns selber tragen. Auch die bestehenden Täter-Opfer-Strukturen
sind tief in uns selbst und in unserer karmischen Geschichte
verankert. Feinde von früher treten heute als unsere
Freunde auf und umgekehrt. Die Dinge wiederholen sich, bis
sie gelöst sind. Wir müssen sie lösen, um weitere
Kettenreaktionen zu vermeiden. Die Lösung beginnt bei
uns selbst. Wir müssen Abschied nehmen von etlichen Egospielen,
die wir in der inneren Isolation gelernt haben, Abschied von
liebgewonnenen Gewohnheiten der Erpressung, des Beleidigtseins
und des Trotzes; wir müssen lernen, uns von eingefleischten
Ängsten, Schwindeleien, Angebereien etc. zu trennen,
wenn wir eintreten wollen in den Funktionskreis einer tragfähigen
Gemeinschaft. Wir müssen uns verabschieden von Gedanken
des Hasses und der Rache, von Verurteilung und übler
Nachrede, wenn wir uns verbinden wollen mit dem höheren
Funktionskreis von Vertrauen und menschlicher Solidarität.
Für die professionellen Mitarbeiter geht es fast immer
um die Auflösung tief gespeicherter Knoten von Angst
und Wut, die bisher ihrer vollen Kraftentfaltung und ihrem
Liebesleben im Weg standen. Liebesbeziehungen sind ein beliebter
Tummelplatz für private Engpässe und Konflikte.
Zwei Liebende allein können nicht ausbaden, was Generationen
vor ihnen im Liebesbereich angerichtet haben; der geschichtliche
Zwang zu Verstellung und Selbstunterdrückung hat zu viele
Wunden, zu viele Trennungsängste hinterlassen, als daß
zwei Menschen allein damit fertigwerden könnten. Es kann
aber auf der Erde keinen Frieden geben, solange in der Liebe
Krieg ist. Die Schüler lernen, was es bedeutet, diese
Konflikte nicht privat zu sehen, sondern als Teil eines geschichtlichen
Themas, das mehr oder weniger uns alle betrifft. Wer seine
Konflikte löst, tut diese Arbeit stellvertretend für
alle anderen und leistet somit einen Dienst für den Frieden.
Das ist eine ganz andere Sicht der sogenannten "persönlichen
Probleme". Sie ermöglicht es dem Friedensarbeiter,
sich nicht mehr vor den anderen zu verstecken.
Die Arbeit an der Selbstveränderung wird von der Gruppe
unterstützt. Die Schule Mirja hat dafür verschiedene
Methoden entwickelt. Sie reichen von der "Selbstdarstellung"
vor der Gruppe bis zu Heilungstrancen und Rückführungen.
Spezielle Plätze und Unterkünfte stellt der politische
Ashram allen Friedensarbeitern zur Verfügung, die vorübergehend
einen inneren Rückzug brauchen, um mit sich und der Welt
ins Reine zu kommen.
Die anstehende Transformation verlangt eine Frequenz der Durchlässigkeit,
der Öffnung, der seelischen und körperlichen Reinigung.
Geplant ist ein kontinuierliches Trainingslager (mit Turnhalle),
wo die geistigen und körperlichen Kräfte im Sinne
der Grundausbildung gepflegt und gesteigert werden können.
Wir wissen, daß uns die Hilfe aus dem Universum entgegenkommt,
wenn wir darauf vorbereitet sind, sie zu empfangen. "Nicht
aus eigener Kraft" ist deshalb ein Geleitwort der entstehenden
spirituellen Lebenspraxis.
6.
Den geistigen Rahmen unserer Arbeit bildet
die POLITISCHE THEORIE. Sie ist die Theorie der Heilungsbiotope
und ihrer Verbreitung auf der Erde. Sie beschreibt in theoretischen
Begriffen die Entstehung einer neuen planetarischen Kultur.
Die von Sheldrake entwickelten Begriffe des "morphogenetischen
Feldes" und der "morphischen Resonanz" gelten
nicht nur für neue Verhaltensweisen in der Natur, sondern
auch für neue Entwicklungen im menschlichen Bereich.
Ein neues ökologisches System, ein neues soziales System,
ein neues geistiges System verbreitet sich im Sinne der Feldbildung,
wenn es übereinstimmt mit einer latenten Entwicklungsrichtung
des Ganzen.
Die Welt ist ein Ganzes. Jeder Punkt im Universum ist beseelt
und voll vom Ganzen. Wir folgen hier nicht dem physikalischen
Weltbild von Newton, sondern dem von Giordano Bruno. Die Kräfte
und Ordnungen des Ganzen wirken in allen seinen Teilen. Auch
in verzerrten oder zerstückelten Bildern ist das Ganze
noch erkennbar (wie in einem holografischen Film). Es kann
durch die richtigen Blickeinstellung ("Referenzstrahl")
wieder gesehen werden. Was wir sehen, wenn wir unsere Frequenz
auf das ungestörte Ganze richten, nennen wir in der Schule
Mirja die "urgeschichtliche Utopie", den "Traum"
oder die "Entelechie" der Dinge. Die Schüler
üben diese Blickeinstellung in ihrer täglichen Betrachtung
von Menschen, Tieren, Pflanzen, Mythen, Religionen, Gemeinschaften
und im Studium der Geschichte. Auch die Geschichte folgt "dem
Ganzen" und trägt den Keim des Ganzen als "urgeschichtliche
Utopie" in sich. Es ist jene konkrete Möglichkeit,
die Ernst Bloch als "utopische Latenz" oder als
das "Nondum" bezeichnet hat. Wir haben - als Auge
des Ganzen - die Möglichkeit, diese urgeschichtliche
Utopie zu sehen und zu erkennen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit,
sie an ausgewählten Orten versuchsweise zu realisieren.
Solche Orte nennen wir "Heilungsbiotope". Wenn die
dort entwickelte Friedensinformation übereinstimmt mit
dem Ganzen, entsteht ein unmittelbarer Feldeffekt: sie wirkt
dann überall. Sie wirkt im Organismus der Biosphäre
wie ein Medikament im Organismus des menschlichen Leibes wirkt.
Sie wirkt im Energiesystem der Welt wie eine richtig gesetzte
Akupunkturnadel im Energiesystem des Leibes. Dieses "Feldgesetz"
wirkt in der Evolution des Lebens auf der Erde, es gilt auch
für die Evolution des Menschen und seiner Gemeinschaft,
es ist der Grundgedanke der politischen Theorie. Um den Gesamtorganismus
der Biosphäre zu heilen, müssen wir nicht alle seine
Teile bearbeiten; es genügt ein "Medikament"
bzw. eine Eingabe an der richtigen Stelle mit richtigem Inhalt,
um die Heilkraft ins Ganze zu bringen. Es geht jetzt darum,
Heilungsbiotope aufzubauen, wo in konkreter Praxis eine umfassende
Information für Gewaltfreiheit, Koevolution und Vertrauen
entwickelt wird. Wenn diese Information einen genügenden
Reifegrad erreicht hat und wenn sie übereinstimmt mit
den immanenten Bauplänn der Schöpfung, wirkt sie
von selbst im Sinne der morphogenetischen Feldbildung: Es
werden dann an anderen Orten der Erde ähnliche Heilungsbiotope
entstehen. Die global entstehenden Heilungsbiotope sind die
Kristallisationskerne der neuen Epoche. Aus dem Netzwerk der
Heilungsbiotope organisieren sich die Ordnungsmuster für
eine neue planetarische Gemeinschaft aller Lebewesen.
Menschen, die in den Bereichen von Jugendarbeit, Naturschutz,
Tierschutz, Menschenrechte etc. beschäftigt sind (auch
engagierte Widerstandskämpfer) und für ihr Engagement
ein größeres Zukunftsziel suchen, sind herzlich
eingeladen, unsere Arbeit kennenzulernen.
Die Schule Mirja ist fest verbunden mit dem in Tamera neu
gegründeten "Institut für globale Friedensarbeit"
(IGF), mit dem politischen Ashram und mit dem Kunstzentrum
(Cafe Tesla), wo im Medium der Kunst neue Wege für Wahrnehmung
und Gestaltung erprobt werden. Die Kunst nimmt in unserer
Arbeit einen großen Raum ein, weil sie kreative Kräfte
freisetzt, die unmittelbar mit dem Heilungsprozeß verbunden
sind. Neben der Berufsausbildung in der Schule Mirja gibt
es für jüngere Friedensarbeiter die "Jugendschule
für globales Lernen" (JGL). Sie koordiniert die
Jugendarbeit verschiedener Zentren, organisiert größere
Reisen und nimmt Kontakte auf zu Friedensvölkern, zu
internationalen Friedensprojekten, zu engagierten Tierschützern
und Umweltgruppen. Die Jugendlichen erwerben ein globales
Wissen über die Lebenssituation auf unserem Planeten
und über die Möglichkeiten eines sinnvollen Einsatzes.
Ich bitte, den weiteren Aufbau der Schule Mirja und des IGF
(Institut für globale Friedensarbeit) mit allen materiellen
und finanziellen Mitteln zu unterstützen.
Dieter Duhm
Tamera, Februar 2000.
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