| 10 Punkte für
Gemeinschaften der Zukunft
Jede
Gemeinschaft der Zukunft ist im Prinzip ein Heilungsbiotop,
sie könnte sonst im Lebens-Netzwerk der Welt nicht
mehr funktionieren und nicht mehr überleben. Ein Heilungsbiotop
ist eine Gemeinschaft von Menschen, Tieren und Pflanzen,
die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen,
indem sie miteinander kommunizieren. Sie haben dadurch eine
hohe Entwicklungsmöglichkeit und eine hohe Überlebensfähigkeit.
Im folgenden möchte ich einige Merkmale funktionierender
Zukunftsgemeinschaften aufzählen. Sie sind verbunden
mit einer sehr präzisen Vision von einer grundlegend
anderen Art des Zusammenlebens und der Kommunikation. Wenn
ich von Zusammenleben spreche, dann meine ich immer das
Zusammenleben der Menschen untereinander, das Zusammenleben
der Menschen mit der Natur und ihren Wesen, das Zusammenleben
des Menschen mit dem Universum und seinen Wesen. Auf allen
drei Ebenen auf der sozialen, der ökologischen und
der spirituellen vollzieht sich die konkrete Transformation,
die uns überlebensfähig macht, weil sie uns wieder
eingliedert ins Große Ganze.
1. Nur Stämme
werden überleben
Dieser Satz eines Indianerführers
ist vielleicht etwas übertrieben, er enthält aber
eine zentrale Wahrheit: die Individualkräfte des Einzelnen
werden in den meisten Fällen nicht ausreichen, um ein
sinnvolles überleben zu ermöglichen. Wir brauchen
dafür kommunitäre und spirituelle Kräfte
von neuer Art. Wir brauchen die energetische Verbindung
mit der Gemeinschaft, mit der Biosphäre und mit dem
Universum.
2. Das kommunitäre
Ich
In funktionierenden Gemeinschaften
entsteht ein kommunitäres Ich, welches alle Kräfte
der Einzel-Ichs in sich zusammenfaßt. Das kommunitäre
Ich ist eine reale Höherentwicklung in der Stufenleiter
der Organismen, es ist dem individuellen Ich an Kraft und
Intelligenz weit überlegen und kann mit seiner spirituellen
Energie Situationen von Hunger, Kälte oder Schmerz
bewältigen, welche dem Einzelorganismus zu schwierig
wären. Das kommunitäre Ich ist dann in voller
Kraft funktionsfähig, wenn es zwischen den Einzel-Ichs
keine unnötigen Kollisionen gibt und wenn jedes Einzel-Ich
zur vollen verantwortlichen Teilnahme am Ganzen erwacht
ist.
3. Individuation
Die überlegene Kraft des
kommunitären Ichs kann nicht entstehen, wenn die Teilnehmer
einer Gemeinschaft in uniformer Weise gleichgeschaltet sind.
Die Mitglieder der zukünftigen Gemeinschaften müssen
den Hang zu Kollektivismus und uniformer Anpassung, wie
er von allen Trends und Medien unserer Zeit gepflegt wird,
gründlich überwinden, um selbstverantwortlich
teilnehmen zu können an dem Gedanken der zukünftigen
Gemeinschaft. Die authentische Kraft der Gemeinschaft ist
angewiesen auf authentische individuelle Autonomie ihrer
Teilnehmer. Die zukünftigen Gemeinschaften pflegen
und unterstützen deshalb alle inneren Vorgänge,
welche den Vorgang der Individuation beim Einzelnen begleiten
und vollenden. Dieses Prinzip ist entscheidend für
die Liebe. Mann und Frau, Frau und Mann, Frau und Frau,
Mann und Mann können sich auf Dauer nur dann liebend
gegenübertreten, wenn sie sich als verantwortliche
Individuen begegnen und nicht als Segmente einer Partei,
einer Kirche, einer Ideologie. Sie sollen sich in jedem
Augenblick ihrer Begegnung wahrnehmen und lieben können,
frei von den Kollektivzwängen irgendeiner Gruppe. Der
Eros lebt von dieser Freiheit. Denn hier entsteht die Intimität,
auf die man sich verlassen kann.
4. Transparenz
Die grundlegende Qualität, welche eine Gemeinschaft
funktionsfähig macht, ist ihre Transparenz: Transparenz
der Gruppenbildung, Transparenz der Liebesbeziehungen, Transparenz
der Machtverhältnisse und Transparenz der Entscheidungsvorgänge.
Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen, keine offene Kommunikation
und kein kommunitäres Ich. Die Gemeinschaft der Zukunft
hat öffentliche Foren entwickelt, um das Zusammenleben
aller ihrer Mitglieder transparent zu machen. Die Mitglieder
selbst haben eine große Freude entdeckt, nicht mehr
lügen zu müssen.
5. Wahrheit
Transparenz verlangt Wahrheit. Wahrheit ist das Gegenteil
unserer bisherigen Daseinsweise, denn wir waren von frühester
Kindheit an zur Lüge gezwungen. Wir haben es jetzt
selbst in der Hand, ob wir dieser Gewohnheit folgen wollen
oder ob wir uns zusammenfinden für eine neue Basis
unseres Zusammenlebens. Unwahrheit verhindert die Entwicklung
der Liebe und die Bildung von Gemeinschaften, sie blockiert
die Transparenz und sie erschwert die Kommunikation mit
den Wesen der Natur. Ein entscheidendes Kriterium für
die Gemeinschaftsfähigkeit eines Menschen ist seine
Wahrheitsfähigkeit und Wahrheitsbereitschaft. Die aber
kann erst festgestellt werden, wenn die Gründe für
die Lüge überwunden sind. Die Gemeinschaften der
Zukunft entwickeln ein Lebens- und Liebessystem, welches
niemanden mehr zur Lüge zwingt. Kann man sich das vorstellen:
eine freie, transparente Kommunikation unter Menschen ohne
Lüge? Liebende, die sich nicht mehr infolge falscher
Treueversprechen belügen müssen? Kinder, die von
ihren Eltern nicht mehr belogen werden? Und Menschen, die
auch Tiere nicht mehr belügen? Man wird unter diesen
Umständen nicht mehr so leicht einen Fisch durch den
Köder am Angelhaken belügen können. Mit dem
Gedanken der Wahrheit erreichen wir den tiefsten Grund,
aus dem das Leben der neuen Gemeinschaften hervorgeht. Wo
Wahrheit entsteht, da entsteht Vertrauen, und wo Vertrauen
entsteht, da entsteht Heilung zwischen allen Wesen. Wahrheit
steht mit den Begriffen der Transparenz, der Ökologie,
der Gewaltlosigkeit und der freien Liebe in einem so engen
Zusammenhang, daß die Punkte 4-8 eine geistige Einheit
bilden. Die zukünftigen Gemeinschaften überleben
durch ihre Fähigkeit zur Kommunikation, und die steht
in einem direkten Verhältnis zum Wahrheitsgrad ihres
Lebens. Wo die Wahrheit voll eingezogen ist, entstehen neue
Kommunikationsmöglichkeiten von spiritueller und telepathischer
Art. Alle Wesen der Biosphäre stehen untereinander
in dieser Kommunikation.
6. Gewaltlosigkeit
Wir können nur dann das Leben entdecken und vertiefen,
wenn wir gegenüber allen Mitgeschöpfen in einen
gewaltfreien Zustand eintreten. Wo wir Gewalt anwenden,
da entstehen falsche Kommunikationssysteme und falsche Informationen.
Die Gewalt, die wir gegen andere Wesen ausüben, fällt
immer in Form der Angst auf uns zurück. Sie bildet
einen Engpaß der universellen Kommunikation, einen
Engpaß der menschlichen Entwicklung und einen Engpaß
der Biosphäre. In den neuen Kultursystemen darf Gewalt
keinen evolutionären Vorteil mehr besitzen, denn wo
Gewalt ist, da ist immer auch Angst und Lüge und eine
Verengung des ganzen Lebenssystems. Wir wüßten
heute sehr viel mehr von Tieren, Pflanzen und allen Wesen
der Natur einschließlich uns selbst, wenn wir keine
Gewalt gegen sie angewendet hätten. Die Hintergründe
der Gewalt liegen im Menschen selbst, im kulturellen Dauerzwang
zur Lüge, in nicht ausgelebten Energiepotentialen,
in einem falschen Konzept von Liebe, Sexualität und
Treue. Gewaltlosigkeit ist deshalb keine moralische Formel,
sondern das Stichwort für eine von Grund auf neue Kulturbildung.
7. Freie Liebe
Die universelle Kommunikation der zukünftigen Gemeinschaft
ist ein angstfreier Kontakt zu allen Wesen der Schöpfung.
In diesem neuen System hat es keinen Sinn mehr, Liebeskräfte
in irgendeiner Richtung durch Verbote zu blockieren. Freie
Liebe ist, vor allem zwischen den Geschlechtern, das zentrale
Prinzip der Öffnung und der Wahrheit, sei sie geistig,
seelisch, sexuell oder alles miteinander. Freie Liebe ist
eine Selbstverständlichkeit unseres Daseins, sobald
Lüge, Angst und Erniedrigung daraus entfernt sind.
Zukunftsgemeinschaften ohne freie Liebe wären ein Widerspruch
in sich und deshalb kaum überlebensfähig.
8. Biotop und Mitgeschöpfe
Alle Wesen sind verschiedene Lebensformen oder verschiedene
"Aggregatzustände" des einen großen
universellen Geistes. Alle Wesen leben daher in einer ständigen
spirituellen Kommunikation untereinander. Wir werden es
lernen, mit Pflanzen und Tieren zu kommunizieren wie mit
unseren Geschwistern, denn sie sind beseelt von derselben
geistigen Energie wie wir. Sie sind zum Teil noch Embryos
oder Kinder der Schöpfung und wollen sich weiterentwickeln
gemäß einer Entelechie, die alle Wesen zum selben
Ziel führt. Wir als Mensch haben die Möglichkeit,
dies alles zu erkennen und den Mitgeschöpfen bei ihrer
Entwicklung zu helfen. Sie werden dann auch uns helfen,
denn alles in der Schöpfung ist reziprok. Die Heilkräuter
werden dorthin kommen, wo sie gebraucht werden, wenn wir
es lernen, auf ihrer Ebene zu kommunizieren. Die Tiere werden
kommen oder gehen, wenn wir es lernen, auf ihrer Ebene zu
kommunizieren. Die Bishnoi in Indien, die Aborigines in
Australien, einige Indianervölker und wohl auch einige
in Afrika geben uns eine Ahnung davon, was es heißt,
mit den Wesen auf ihrer Ebene zu kommunizieren. Die Gemeinschaften
der Zukunft werden solche Inhalte des archaischen Bewußtseins
wiederfinden und auf neuer Ebene selbstverständlich
verwirklichen.
9. Autarkie
Die bestehenden Systeme der weltweiten westlichen Zivilisation
sind aufgebaut auf den Eroberungssystemen des Kolonialismus
und Imperialismus. Sie sind zellulär durchzogen von
Gewalt, Lüge und Angst und besitzen deshalb nicht die
Kommunikationsfähigkeiten, die für ein kommendes
überleben erforderlich sind. Die Gemeinschaften der
Zukunft müssen deshalb in allen Bereichen ein hohes
Maß von Autarkie erreichen, welches sie unabhängig
macht von den bestehenden Versorgungssystemen. Volle Autarkie
muß angestrebt werden in den Bereichen Wasser, Ernährung,
Energie und Medizin. Im Zusammenhang mit dem Autarkie-Gebot
stellt sich eine interessante Frage: Wie groß müssen
die Zukunftsgemeinschaften eigentlich sein, damit sie die
Autarkie verwirklichen können? Die Antwort kann sich
natürlich nur aus der Erfahrung ergeben, aber wir werden
merken, daß sie nicht zu klein sein dürfen. Wenn
wir die Autarkie in kleinen Gemeinschaften (unter 100 Personen)
verwirklichen wollen, dann katapultieren wir uns wahrscheinlich
in die Steinzeit zurück. Die Gemeinschaften der Zukunft
müssen aber ein hohes Maß an kultureller, technologischer,
spiritueller, biologischer Vielfalt in sich vereinigen,
um die Komplexität entwickeln zu können, welche
für eine globale Kulturbildung erforderlich ist.
10. Globale Kulturbildung
Wenn die Gemeinschaften der Zukunft mit dem Lebenskörper
der Erde in Resonanz stehen, werden sie eine globale Wirkung
haben. Das ist keine fromme Hoffnung, sondern ein wissenschaftliches
Gesetz, denn der Lebenskörper der Erde ist mit seiner
Biosphäre ein einheitlicher Organismus und wenn er
durch die gewaltfreie Kultur des Heilungsbiotops eine neue
Information erhält, dann wirkt diese in allen seinen
Organen. Wenn das Lebenssystem der kommenden Gemeinschaften
kompatibel ist mit dem Lebenssystem der Biosphäre und
der Schöpfung, dann genügt ein zahlenmäßig
kleiner Impuls, um das Ganze zu verändern. Das erste
Heilungsbiotop ist ein globaler Kulturkristall, der auf
der Erde bald ähnliche Kristallbildungen hervorrufen
wird. Wir rechnen in den kommenden drei Jahrzehnten mit
ähnlichen Gründungen im Südwesten der USA,
in Südamerika, in Afrika, in Australien und anderen
Regionen der Erde. Die Kulturbildung der neuen Epoche ergibt
sich aus einem Netzwerk solcher planetarischer Zentren.
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