Dr. Dieter Duhm
   Schriften
 

Themenauswahl nach Erscheinungsdatum
• 2008: GLOBALISIERUNG DES FRIEDENS UND HEILUNG DER ERDE
• 2007: AUFBAU FUTUROLOGISCHER ZENTREN
  DEN GLOBALEN KRIEG BEENDEN
  Die 7 Thesen
• 2006: Stellungsnahme zur Lage in NahOst
  Gibt es eine realistische Chance auf einen weltweiten Frieden?
  Theorie der globalen Heilung
  Aufruf zur Kriegsdienst-
verweigerung
• 2005: Die Kriegsgesellschaft und ihre Transformation
• 2004: Das Experiment Monte Cerro
Projekterklärung 1

  Zum Tod von Yassir Arafat
• 2003: Revolution für einen globalen Frieden
Stellungnahme zum Krieg in unserer Zeit.
  Frieden für Palästina
• 2002: Es reicht
Zuerst BSE, jetzt Maul-und Klauenseuche

  Das Projekt der Friedensdörfer
• 2001: BSE-Der Wahnsinn des  Menschen
Terror und Liebe
Eine Nachbesinnung zu dem Anschlag auf die USA

Das Entsetzen in Worte fassen
Gedanken zur aktuellen deutschen Politik
• 1999: Tamera-Manifest
• 1997: Zehn Punkte für Gemeinschaften der Zukunft
• 1992: 12 Thesen für eine gewaltfreie Erde
• 1988: Gewaltlosigkeit
Versuch einer Antwort
• 1986: Die neue Schöpfung
• 1968: Mannheimer Papier

BSE - der Wahnsinn des Menschen

Wenn ich ein Rind wäre, würde ich auch wahnsinnig. Siebentausend Jahre lang haben sie den Menschen gedient - ob als Haustier, als Symbol für Fülle und Geduld oder als Heilige Kühe - und jetzt sollen viele Millionen von ihnen in Europa geschlachtet und verbrannt werden.
Was für ein Wahnsinn! Und das nicht etwa, weil sie krank wären, sondern weil der Rindfleischmarkt zusammengebrochen ist.
Was der Mensch den Tieren antut, ist nicht mehr zu ertragen! Hat schon einmal jemand gesehen, mit welcher Ausgelassenheit Kühe im Frühjahr auf die Weide rennen? Die Kälber heutiger Mastbetriebe aber rennen nie mehr auf eine Weide. Vom Moment der künstlichen Befruchtung an über das Entfernen von der Mutter und die Fütterung ihrer vegetarischen Mägen mit Tiermehl bis zur Maschinenschlachtung und der Entsorgung ihrer Knochen werden Mastrinder und Milchkühe als Sache betrachtet, als Maschine zur Produktion von Lebensmitteln.
Das sind sie aber nicht.
Kein Lebewesen ist eine Sache.
BSE hat in Deutschland mehr öffentliche Reaktionen hervorgerufen als die gesamte Tierschutzbewegung - allerdings ausnahmslos Panik- und Kurzschlußreaktionen.

Was der Mensch anderen Wesen an Gewalt und Rücksichtslosigkeit antut, das fällt als Angst auf ihn selbst zurück.

BSE ist die Rote Karte der Tierwelt an die Menschen; und ihre Botschaft heißt: Tiere haben eine Seele. Sie empfinden Schmerz, besitzen Neugier, Kontaktbedürfnis und soziales Verhalten, sie pflegen ihre Jungen und können auf ihrer Ebene denken und kommunizieren.
BSE besagt: Wahrt das Recht jedes beseelten Wesens, sein Recht auf freie Bewegung des Körpers, auf freie Wahl des Futters, auf Entfaltung seiner Neugier, auf Kontakt!
Was ist mit uns Menschenkindern geschehen, daß wir in der Lage sind, über ihr Leid hinweg zu sehen, als sei es nicht da, und in aller Ruhe unser Steak oder unseren Joghurt zu genießen? Was ist passiert mit unseren eigenen Seelen, daß in Debatten nur vom Nutzwert die Rede ist und niemals davon, was der sanfte Blick eines Kuhauges in uns auslöst? Wem haben wir unsere politische Vertretung abgegeben, daß die Wahrnehmung des Herzens als unpolitisch gilt?

Es gibt keine wichtigere politische Handlung, als auf den Schrei eines gequälten Wesens zu hören und ihm zu helfen.

Was der Mensch Tieren antut, das tut er schließlich auch immer Menschen an. Die Folterkeller und Konzentrationslager des Planeten zeugen davon. Die Kette von Angst und Gewalt wird erst abreißen, wenn wir eine grundlegend neue Ethik gegenüber dem Leben entwickeln. Leo Tolstoi sagte: "Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben."
Welche Handlungen können eine Veränderung herbeiführen? Wir kamen auf folgende Bilder und Vorschläge. Teilweise sind sie schon Realität, teilweise können sie es schnell werden.
Helft mit!

  1. Immer mehr Menschen ernähren sich anders. Köche entwickeln immer bessere vegetarische und vegane Rezepte. Es ist in, vegan zu essen. Engagierte Popsänger gründen die Love-Food-Bewegung. Wer sich nicht oder noch nicht für eine vegetarische Lebensweise entscheiden kann oder will, schränkt seinen Fleischkonsum ein und kauft dort, wo Tiere nicht gequält werden.
  2. Viele Landwirte treten aus der industrialisierten Landwirtschaft und Fleischproduktion aus und erarbeiten tiergerechte Alternativen. Sie tun sich zusammen zu einer Bauerndemonstration. Auf ihren Traktoren stehen Schilder mit der Aufschrift: Schluß mit der Tierquälerei!
  3. Politische Aktionen gegen Massentierhaltung weiten sich aus zu einer Massenbewegung für Tier- und Menschenrechte, einer Bewegung für das Leben. Fahrer von Tiertransporten werden an den Rastplätzen der Autobahn immer wieder angesprochen und freundlich, aber bestimmt auf die Situation der Tiere aufmerksam gemacht. Restaurant-Besucher hinterlassen auf Speisekarten Botschaften mit Aufklebern,z.B.:"Tiere sind unsere Freunde, und unsere Freunde essen wir nicht."
  4. In den Medien wird über Orte berichtet, wo das Vertrauen zwischen Menschen und Tieren exemplarisch wieder hergestellt wird. Überall, wo das geschieht, geschieht ein Stück Heilung.

Helft mit! Zieht die Konsequenzen, die Euch schon möglich sind. Gebt diese Information weiter.
Im Namen für alles, was Haut und Fell hat, im Namen der Tiere und der Kinder.

Dieter Duhm, 2001