Das Projekt der Friedensdörfer
Grundgedanken
Das Projekt der Friedensdörfer ergab sich aus der langjährigen
Forschungsarbeit einer Gruppe von deutschen Friedensarbeitern.
Im Zentrum steht folgende Überlegung: Wenn es gelingt,
an einigen Stellen der Erde eine gewaltfreie Daseinsweise
zu entwickeln, dann könnte - nach den Gesetzen morphogenetischer
Feldbildung - ein globales Heilungsfeld entstehen, welches
zum Aufbau weiterer ähnlicher Zentren führt. Eine
gewaltfreie Daseinsweise setzt voraus, daß alle Wesen,
die an dem Ort leben - Menschen, Tiere und Pflanzen - an
der Kooperation beteiligt sind. Durch die gemeinsame Kooperation
aller Lebewesen kann ihre ursprüngliche Einheit und
Zusammengehörigkeit wieder wirksam werden. So entsteht
Heilung für alle Beteiligten, wir sprechen deshalb
auch von einem "Heilungsbiotop". Ein wirklicher
Frieden wird nur möglich sein, wenn wir mit allen Wesen
der Natur reale Strukturen von Anteilnahme und Kooperation
aufbauen, denn alle sind miteinander verbunden im großen
Netzwerk des Lebens. Friede, wie er in diesem Projekt verstanden
wird, läßt sich so formulieren:
- Friede ist die Wiedereinordnung des
menschlichen und gesellschaftlichen Lebens in die göttlichen
Ordnungen des Lebens und der Schöpfung.
- Friede ist die Kooperation mit den Wesen
der Natur.
- Friede ist die innere Reinigung von
Angst und Haß.
- Friede ist die Freude in der Lebensgemeinschaft
aller Mitgeschöpfe. Friede ist deshalb nicht eine
kleine Korrektur der bestehenden Gesellschaft, sondern
eine neue Daseinsweise des Menschen auf der Erde.
Versöhnung
Im globalen Raum der Erde gibt es fundamentale Störungen,
denen täglich unzählige Menschen und Tiere zum
Opfer fallen. Wir leben in einer apokalyptischen Zeit. Die
Zerstörungen finden statt im menschlichen und im ökologischen
Bereich. Sie können mit herkömmlichen Mitteln
nicht mehr gestoppt werden. Es handelt sich nicht nur um
die Krise einer speziellen Religion oder Staatsform, sondern
um eine Krise der gesamten menschlichen Zivilisation. Es
scheint, als hätte die Menschheit ihren Anker verloren.
Friedensdörfer sind Orte, wo die Strukturen der Zerstörung
überwunden und Strukturen der Heilung aufgebaut werden.
Orte der Versöhnung zwischen Mensch und Mensch, zwischen
Männern und Frauen, zwischen Mensch und Tier, Mensch
und Natur, Mensch und Schöpfung. Versöhnung und
Wiederverbindung des Menschen mit seinem Heimatplaneten
Erde. Die Strukturen des gesellschaftlichen Zusammenlebens
müssen übereinstimmen mit den höheren Ordnungen
des Lebens und der Schöpfung, damit das menschliche
Leben wieder seinen Anker findet. Wir können nicht
mehr die Vorurteile und Abgrenzungen beibehalten, die uns
bisher von anderen Mitbewohnern unseres Planeten getrennt
haben. Wir alle sind Teil einer großen Lebensfamilie
und werden erst Frieden haben, wenn wir es gelernt haben,
in diesem Sinne zu leben. Es wird der Tag kommen, wo wir
unter Tränen erkennen, was wir denen angetan haben,
die wir für unsere Feinde hielten. Es wird auch der
Tag kommen, wo wir mit Tränen erkennen, was wir der
ganzen Tierwelt angetan haben. Und es wird der Tag kommen,
wo die beiden Hälften des Menschen - Mann und Frau
- unter Tränen erkennen, was sie sich gegenseitig angetan
haben. Versöhnung ist deshalb das zentrale Motiv der
Friedensdörfer. Es muß Orte auf der Erde geben,
wo die Wunden heilen können.
Das planetarische
Glaubensbekenntnis
In der alten Menschheit (Megalithikum)war die Erde umgeben
von einem Netzwerk heiliger Zentren. Sie dienten dazu, die
irdische Welt mit der kosmischen (göttlichen) Welt
zu verbinden und die heiligen Kräfte auf der Erde auszubreiten.
In der kommenden Menschheit könnte die Erde aufs Neue
umgeben sein von einem Netzwerk planetarischer Zentren,
wir nennen sie die "Friedensdörfer" oder
"Heilungsbiotope". Sie dienen ebenfalls dazu,
die irdische Welt mit der kosmischen zu verbinden und die
heilende Energie über die Erde auszubreiten. Wenn wir
heute die ersten Friedensdörfer in diesem Sinne errichten,
so hoffen wir, einen Anstoß geben zu können für
eine kommende Zeit ohne Angst und Gewalt. Der Aufbau von
Friedensdörfern ist nicht an eine Religion oder Kirche
gebunden, sondern an die Einheit und Heiligkeit des Lebens.
Wir glauben an die Einheit des Lebens auf der Erde und an
eine gemeinsame Evolution aller Lebewesen. Wir glauben an
die Möglichkeit des Friedens zwischen allen Wesen.
Wir verlassen den Kampf, den verschiedene Völker, Religionen
und Lebensformen gegeneinander geführt haben. Wir verlassen
auch den Kampf, den der Mensch gegen die Natur geführt
hat. Wir sind alle ein Teil derselben Menschheit, desselben
Lebens, des selben Universums. Die Vielzahl der Lebewesen,
die unterschiedlichen Formen, Arten, Rassen sind verschiedene
Aspekte desselben Lebenskörpers, Organe desselben großen
Organismus. Sie haben alle eine spezielle Funktion und Aufgabe
in der Schöpfung. Sie sind nicht da, um sich gegenseitig
zu bekämpfen, sondern um sich zu ergänzen. Mensch
und Natur sind Bündnispartner auf der großen,
lebendigen Gaia-Erde. Der Organismus des Lebens wird wie
der Organismus unseres Leibes aufrechterhalten durch das
friedliche Zusammenwirken aller Organe, und in allen Organen
wirkt dieselbe Matrix des Lebens. Wir alle sind verbunden
mit dem Einen Sein und dem Einen Bewußtsein, welches
allen Wesen innewohnt und sie in einer gemeinsamen Evolution
zusammenführt. Wir Menschen wollen in einem neuen Bewußtsein
zusammenkommen, denn wir sind die Gärtner der Erde.
Autarkie
Ein Friedensdorf ist ein weitgehend autarkes Zentrum. Wir
müssen austreten aus den bestehenden Systemen von Produktion
und Konsum. Wir können nicht länger von Frieden
reden und eine Lebensweise fortsetzen, für die tagtäglich
Millionen anderer Lebewesen geopfert werden müssen.
Wir können nicht länger von Frieden reden und
tatenlos zusehen, wie um uns herum Menschen, Tiere und Landschaften
gemordet werden. Wir brauchen ein neues Modell für
Wirtschaft und Konsum, welches uns wieder verbindet mit
den natürlichen Ressourcen und Kreisläufen von
Natur und Erde. Das ist kein Rückfall in eine naive
Agraridylle, sondern ein Aufstieg zu einer umfassenden lebensgesetzlichen
Kultur.
Paradigmenwechsel
Im Friedensdorf wählen die Menschen eine neue Richtung
der Evolution und einen fundamentalen Paradigmenwechsel
ihrer Existenz: nicht mehr Herrschaft über die Natur,
sondern Kooperation; nicht mehr die Macht der Zerstörung,
sondern die Macht der Heilung; nicht mehr Unterdrückung
anderer Kräfte, sondern ihre Integration; nicht mehr
Bestrafung der Schuldigen, sondern Beseitigung der Ursachen;
nicht mehr eine Moral, die aus der Verdrängung kommt,
sondern eine Ethik, die aus der Anteilnahme kommt und aus
der Transformation unserer eigenen Dunkelstellen. Wir können
ja nach außen nur so viel Frieden bewirken, wie wir
in uns tragen. Die neue Richtung betrifft auch das Verhältnis
der Geschlechter: nicht mehr Dominanz und Unterwerfung,
sondern Partnerschaft; nicht mehr Unterdrückung und
Erniedrigung sexueller Kräfte, sondern ihre Befreiung
und Humanisierung; nicht mehr Heimlichkeit und Mißtrauen
in den Liebesbeziehungen, sondern Wahrheit. Denn es kann
in der Welt keinen Frieden geben, solange in der Liebe Krieg
ist.
Selbstveränderung
Damit ein Friedensdorf funktionieren kann, müssen die
Gründer und Mitarbeiter in einen menschlichen Entwicklungsprozeß
eintreten, in dem sie sich selbst verändern und reinigen.
Die Teilnehmer müssen sich entschließen, Konflikte
nicht mehr durch die alte Matrix von Gewalt oder Herrschaft
zu lösen. Alte Egostrukturen müssen ersetzt werden
durch Strukturen der Anteilnahme und der gegenseitigen Unterstützung.
Die Lebensweise der Beteiligten orientiert sich nicht mehr
an Privatinteressen, sondern an der gemeinsamen Einordnung
in die universelle Lebensordnung. Die Teilnehmer werden
es lernen, sich für universelle Lichtkräfte zu
öffnen und ihr Leben immer selbstverständlicher
mit der heiligen Matrix zu verbinden. Indem sie die Entscheidung
für ein verbundenes Leben treffen, werden sie diejenigen
Kräfte und Kenntnisse anziehen, die sie brauchen, um
auf der Erde eine wirkungsvolle Lichtung zu schaffen. Könnte
nicht eine neue Zivilisation hervorgehen aus dem Lichtnetz
solcher Zentren? Für die erforderliche Selbstveränderung
der Beteiligten stehen uns geistige, künstlerische
und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung,
die sich als brauchbar erwiesen haben. Die stärkste
Selbstveränderung vollzieht sich dann, wenn ein Mensch
es lernt, im Vertrauensklima einer menschlichen Gemeinschaft
seine Masken und Tarnungen abzulegen und auf seine Feindbilder
zu verzichten. Wir haben erfahren, wie Gedanken von Angst
oder Haß sich verwandeln in Gedanken der Anteilnahme,
sobald das Mißtrauen überwunden ist. Es ist immer
die Kraft des Vertrauens, welche die neuen menschlichen
Kräfte hervorbringt. In diesem Sinne mögen die
Friedensdörfer machtvolle "Gewächshäuser
des Vertrauens" werden.
Morphogenetische
Feldbildung
Ein Friedensdorf entwickelt neue Lebenskonzepte im sozialen,
ökologischen und technologischen Bereich. Damit daraus
eine sinnvolle Ganzheit hervorgehen kann, bedarf es einer
Mindestzahl von Mitarbeitern. Sie dürfte bei einigen
hundert Personen liegen. Ist eine einheitliche Funktionsfähigkeit
erreicht und eine kritische Grenze überschritten, so
ergibt sich von selbst ein Effekt, der weit über die
Grenzen des Dorfes hinauswirkt: der Feldeffekt im Sinne
der morphogenetischen Feldbildung. Die neue Friedensinformation
geht in den Informationskörper der Erde (Noosphäre)
ein und ist somit überall abrufbar. Es verändert
sich dadurch das Kräfteverhältnis von Zerstörungskräften
und Lebenskräften auf der Erde. Durch die Existenz
der neuen Information steigt die Wahrscheinlichkeit, daß
sich die Lebenskräfte auch an anderen Orten der Erde
durchsetzen. In diesem Sinne ist die Errichtung funktionierender
Friedensdörfer nicht nur von lokalem Interesse, sondern
sie ist verbunden mit einem Heilungsvorgang, der sich auf
die ganze Erde auswirken wird. Friedensdörfer könnten
vor allem in Krisengebieten der Erde gegründet werden,
z.B. in Palästina. Dadurch wird eine heilende Kraft
entstehen, welche die Versöhnung erleichtert und neue
Lösungsmöglichkeiten eröffnet. Hier gilt
die Erkenntnis der Chaosforschung, daß in einem gegebenen
System schon eine relativ kleine Veränderung eines
Parameters genügen kann, um das ganze System zu verändern.
Kleine Zentren können eine große Friedenskraft
ausüben, wenn sie mit den Kräften der Schöpfung
in Resonanz stehen. Es besteht kein Zweifel, daß wir
auf diesem Wege eine Drehung in Richtung eines globalen
Friedens bewirken können, wenn sich genügend Menschen
bereit erklären, das Projekt der Friedensdörfer
zu unterstützen und dafür auf einen Teil ihres
privaten Wohlstandes zu verzichten. Die Globalisierung der
Gewalt kann nur durch den Aufbau einer neuen Lebensweise
im Sinne einer neuen menschlichen Zivilisation überwunden
werden.
Im Namen der Wärme für
alle Kreatur.
Dieter Duhm
Portugal, Februar 2002
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