| Die Kriegsgesellschaft
und ihre Transformation |
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Es kann auf der Erde
keinen Frieden geben,
solange in der Liebe Krieg ist.
Täglich treffen uns
schlimme Nachrichten aus allen Teilen der Erde. Den äußeren
Anlass für den folgenden Text gab die extrem grausame
Ermordung von Luis Eduardo Guerra, dem Leiter eines Friedensdorfes
in Kolumbien, zusammen mit sieben weiteren Dorfbewohnern,
darunter junge Frauen und Kinder.
Es ist eines jener alltäglichen Details, die heute
den weltweiten Globalisierungskrieg begleiten. Jetzt folgen
Morddrohungen gegen unsere Freundin Gloria Cuartas, die
als Bürgermeisterin jahrelang die kolumbianische Stadt
Apartado beschützt hat. Wir stehen mit diesen Menschen
seit Jahren in Kontakt. Ein ähnlicher Krieg wie in
Kolumbien spielt sich heute in vielen Teilen der Erde ab.
Der folgende Text bezieht sich deshalb nicht nur auf ein
Land, sondern auf die Situation der gesamten Erde.
Der weltweite Krieg wurzelt
in den tiefsten Strukturen unserer Zivilisation und kann
deshalb nicht allein durch Friedensappelle, Aufklärung
und Widerstand verhindert werden. Die globale Friedensarbeit
braucht ein neues globales Konzept für eine Zukunft
ohne Krieg.
Die Kriegsindustrie ist ein
fester Bestandteil unserer Zivilisation. Wenn wir eine Zukunft
ohne Krieg haben wollen, brauchen wir eine andere Zivilisation,
eine andere Art des Zusammenlebens und eine andere Art,
die Erde zu besiedeln. Wirklicher Friede ist keine Parole,
sondern eine andere Lebensform und eine andere Gesellschaftsform.
Wirklicher Friede geht aus sozialen Strukturen hervor, welche
die menschlichen Grundwerte wie Anteilnahme, Vertrauen,
gegenseitige Unterstützung und Solidarität nicht
zerstören, sondern erzeugen und bewahren. Wir brauchen
eine weltweite Kooperative entschlossener Menschen, um die
neuen Gemeinwesen aufzubauen. Dieser Text ist an alle gerichtet,
die bereit und fähig sind, eine solche Kooperative
aufzubauen oder sie mit allen Mitteln zu unterstützen.
Die USA bereiten im Rahmen
ihrer „neuen Weltordnung“ ihre nächsten
Kreuzzüge vor. Sie planen das Projekt „Greater
Middle East“, eine riesige Freihandelszone von Marokko
bis Pakistan. In diesem Zusammenhang steht ihre Kriegsplanung
gegen den Iran und andere Länder wie Syrien etc. Es
steht trotz aller diplomatischen Beschwichtigungen fest,
dass dieser Krieg geplant ist, genauso wie der Krieg gegen
den Irak längst geplant war, bevor man die Suche nach
den angeblichen Massenvernichtungsmitteln durchführte.
Die Straßen in iranischen Dörfern und Städten,
auf denen heute noch die Kinder spielen, könnten bald
schon aussehen wie in Falludjah, der verwüsteten Stadt
im Irak.
Weiß man, was Krieg bedeutet? Kennt man den unsäglichen
Schmerz von Menschen, die in Trümmern eingeklemmt,
verstümmelt oder verbrannt werden? Dies und nichts
anderes ist Krieg.
Die Machtkartelle aus Wirtschaft, Politik und Militär
wissen, dass bei ihrer Eroberungspolitik Kinder verbrennen,
erfrieren, verhungern werden – und sie tun es. Sie
wissen, dass Familien auseinandergerissen und Gemeinschaften
zerstört werden – und sie tun es. Sie reden von
Frieden, Freiheit und Demokratie und töten alle Freiheitskämpfer,
die ihren Plänen im Wege stehen. Sie haben eine Welt
des Konsums errichtet, die auf der anderen Seite der Erde
zu Versklavung, Verzweiflung und Untergang führt.
Hinter den Zahlen an den
Börsen steht das Leid unzähliger Menschen und
Tiere. An den Folgen von Kolonisierung und Globalisierung
sterben mehr Menschen als jemals in einem Krieg gestorben
sind. Können wir fortfahren, unsere Vorteile zu genießen
und unseren Einsatz auf Worte zu beschränken? Wir müssen
reale Wege und Mittel finden, die Erde vom Krieg zu befreien.
Wir nehmen indirekt teil am Krieg, weil wir keine Zeit haben
zu begreifen, was da eigentlich geschieht. Unsere Kultur
ist so eingerichtet, dass niemand Zeit hat zu begreifen,
was da eigentlich geschieht. Wir nehmen teil am Krieg, weil
wir teilnehmen an einer Zivilisation, die überall den
Krieg erzeugt. Der Krieg ist ein Bestandteil unserer Zivilisation,
unserer Wirtschaft, unseres Konsums und unserer Vorstellungen
vom Leben. Unsere eigene, westliche Gesellschaft lebt von
Rüstungsindustrie und Waffenhandel, vom Krieg gegen
die Natur, vom Krieg gegen die Dorfgemeinschaften und die
Bauern der sog. Dritten Welt, vom Krieg gegen die Liebe,
vom Krieg gegen die geistigen Anker und Heimatplätze
der menschlichen Gattung. Dieser Krieg fordert seine Opfer
in Afghanistan oder Irak, in Lateinamerika oder Palästina,
aber er fordert seine Opfer auch dort, wo angeblich Frieden
und Demokratie herrschen: in den Büros und Fabriken,
in den Schulen und Familien, in den Liebesbeziehungen und
gescheiterten Ehen, in der Situation heimatloser Jugendlicher,
im sexuellen Notstand der Jugend, in den Seilschaften des
organisierten Kindesmissbrauchs, wie sie in Belgien (Dutroux)
und jetzt in Frankreich und Spanien aufgedeckt wurden. Und
schließlich in der auswegslosen Situation von Menschen,
die im Lügenwerk der bestehenden Kultur nicht mehr
zurechtkamen: Jede halbe Stunde begeht ein Mensch in Deutschland
Selbstmord.
Und sind nicht auch die Schlachthöfe, die Pelztierfarmen
und Tierlabors ein Teil des alltäglichen Krieges? Muss
der Fortschritt einer Kultur wirklich mit so maßlos
viel Tierleid verbunden sein?
Es gibt eine Lösung.
Wir können sie erkennen, wenn wir aus genügendem
geistigen Abstand das Ganze betrachten, in dem sich das
derzeitige Leben auf der Erde abspielt. Betrachten Sie die
Erde als einen lebendigen Organismus, dessen Lebewesen durch
bestimmte Frequenzen miteinander verbunden sind. Sie sind
selbst ein Organ in diesem Organismus. Mit Ihren Gedanken,
Worten und Taten senden Sie bestimmte Frequenzen aus, die
dem Frieden dienen oder dem Krieg. Sie werden erkennen,
dass Sie selbst noch ein Teil des globalen Kriegsgeschehens
sind, solange Sie von den gewohnten Gedanken der Angst,
der Wut oder Rache gelenkt werden. Schaffen Sie also Orte,
wo Sie die Kraft finden, den Kriegskräften keine Resonanz
mehr zu geben, weder denen in der Welt noch denen in Ihnen
selbst. Solche Orte könnten sein: Spezielle Tagungshäuser,
spirituelle Zentren, Pilgerwege, Gemeinschaften.
Sie werden erkennen, dass Opfer und Täter oft in einer
analogen Struktur miteinander verbunden sind und dass Sie
selbst ebenso gut Opfer wie Täter sein könnten.
Es ist eine tiefe gemeinsame, geschichtlich entstandene
Leidensstruktur, aus der sowohl die Opfer als auch die Täter
hervorgehen. Auch die Täter waren einmal Opfer, auch
sie wurden ihres Vertrauens, ihrer Liebe, ihrer menschlichen
Heimat beraubt. Auch sie kommen aus Lebensverhältnissen,
in denen Gewalt produziert wurde. Alice Miller hat diese
Lebensverhältnisse bei bekannten Gewalttätern
recherchiert und beschrieben. Der serbische Diktator Milosevic
hat in seiner Kindheit miterlebt, wie beide Eltern Selbstmord
begingen. Auch bei den brutalsten Killern ließe sich
die alte Mignon-Frage wiederholen: Was hat man dir, du armes
Kind, getan?
Sie werden verstehen, dass
es sich hier nicht um Sentimentalität handelt, sondern
um eine kollektive Grundtatsache unserer gegenwärtigen
Zivilisation: Das Drama der Entwurzelung, das Drama missglückter
Liebesbeziehungen, das Drama heimatloser Kinder, das Drama
von Trennungsschmerz und menschlicher Verlassenheit ist
nicht mehr ein Privatproblem, sondern es ist das gesellschaftliche
und menschheitliche Drama unserer Zeit. Hinter der weltweiten
Epidemie gnadenloser Gewalt steckt die Erfahrung eines Schmerzes,
der anders nicht mehr bewältigt werden kann.
Das ist das globale Kernthema, mit dem wir uns heute beschäftigen
müssen. Die Frage heißt: Wie stoppen und überwinden
wir die Produktion von Trennungsschmerz, Verlustangst und
Verlassenheit?
Oder positiver: Wie schaffen wir reale Lebens- und Liebesverhältnisse,
die dem Wachstum des Vertrauens und der Solidarität
mit allen Mitgeschöpfen dienen? Wir brauchen nicht
nur eine Lösung für die Opfer, sondern wir brauchen
eine Lösung für die ganze Menschheit.
Und last but not least: Wir brauchen auch eine Lösung
für die Tierwelt.
Stellen Sie sich vor, es
gäbe auf der Erde einige Orte mit einigen hundert Menschen,
von denen eine konzentrierte Friedensinformation mit hoher
Kraft in die Frequenzen der Welt geschickt wird.
Diese Menschen hätten Frieden untereinander, Frieden
zwischen den Geschlechtern, Frieden zwischen Erwachsenen
und Kindern, Frieden mit den Wesen der Natur. Der globale
Schaltkreis von Angst und Gewalt wäre an diesen Stellen
radikal unterbrochen. Welche Wirkung hätte das auf
das Ganze? Was in einem Teil des Ganzen geschieht, kann
immer auch im Ganzen geschehen – denn wir sind alle
durch einen einheitlichen Code des Lebens (DNS), eine einheitliche
Grundinformation und eine einheitliche holistische Struktur
miteinander verbunden. Das heißt mit anderen Worten:
Eine radikale Veränderung unseres Zusammenlebens untereinander
und mit den Wesen der Natur, hätte, wenn sie an wenigen
Orten real stattfände, mit hoher Wahrscheinlichkeit
eine Wirkung auf das Ganze im Sinne der morphogenetischen
Feldbildung.
Sagen Sie nicht zu
schnell, dass dies nicht realistisch sei. Es gibt im multiplen
Universum viele Möglichkeiten der Existenz. Welche
davon abgerufen und verwirklicht wird, hängt ab von
den Entscheidungen, die wir treffen. Sollte eine Menschheit,
welche die Intelligenz hatte, sich selbst lenkende Waffen
zu entwickeln, nicht auch die Intelligenz aufbringen können,
in gemeinsamer Aktion eine positive Variante zu verwirklichen?
Lassen Sie uns gemeinsam noch eine Weile an dem Ort verweilen,
wo Vorurteile durch Nachdenken ersetzt werden. Es gibt eine
„objektive Vision“ des Friedens, die –
als reale Möglichkeit - in den Strukturen der Wirklichkeit
verankert ist. Sie unterliegt nicht subjektiver Beliebigkeit.
Sie ist das Urbild im holografischen Film des Universums,
sie ist der entelechiale Kern aller Dinge, sie ergibt sich
aus den Resonanzsystemen der Welt, sie ist angelegt im genetischen
Code aller Zellen und sie liegt als abrufbare Denkmöglichkeit
in unserem Bewusstsein. Wir können sie als „Heilige
Matrix“ bezeichnen. Man hat in früheren Jahrhunderten
versucht, diese Heilige Matrix in harmonikalen Zahlen, in
geometrischen Mustern, in Proportionen von Tempeln und Kathedralen
auszudrücken. Wir Heutigen aber müssen sie umsetzen
in reale Lebensverhältnisse, Arbeitsverhältnisse,
Wohnverhältnisse, Liebesverhältnisse, in Technik
und Organisation, in soziale Struktur und ökologische
Ethik. Die gesellschaftliche
Welt braucht ein anderes Betriebssystem, um den Friedenscode
zu verwirklichen. Die bestehende
Zivilisation ist ein Betriebssystem von Herrschaft, Angst
und Gewalt. Die Heilige Matrix ist ein Betriebssystem der
Offenheit, Transparenz und Verbundenheit.
Es ist heute eine menschheitliche Aufgabe, für dieses
neue Betriebssystem die ersten funktionierenden Zentren
und Modelle zu schaffen. Wir nennen sie „Friedensdörfer“
oder „Heilungsbiotope“.
Wenn es an einigen Orten der
Erde gelingt, neue Gemeinwesen zu schaffen, die mit der
Heiligen Matrix übereinstimmen, dann dürfte sich
mit hoher Wahrscheinlichkeit eine globale Feldwirkung ergeben,
welche in der Lage ist, latente Friedenskräfte und
Heilungskräfte freizusetzen, die heute noch hinter
Angst und Sorge verborgen sind. Bitte geben Sie sich die
Zeit, diesen Vorgang zu erkennen. (Es ist, als würde
ein holografischer Film in neuem Winkel von einem Laserstrahl
belichtet: Es entsteht ein neues Bild; die Realität
verwandelt sich.)
Der Weg zur Überwindung
des Krieges endet nicht in einer aufgeklärten Innerlichkeit.
Die Welt braucht nicht nur gute Menschen, sie braucht vor
allem reale neue Lebensformen für eine Zukunft ohne
Krieg. Sie braucht Modelle für eine neue Zivilisation,
damit wir anfangen können, unseren Planeten auf eine
neue, mit den Gesetzen des Lebens übereinstimmende
Weise zu besiedeln.
Um Frieden zu manifestieren,
müssen wir wissen, was Friede ist. Wir müssen
die Regeln des Vertrauens und der Liebe lernen.
So tief und so neu, als wären wir zum ersten Mal auf
der Erde. Wir nähern uns inneren Bereichen, die bisher
eher der Religion oder der Tiefenpsychologie zugeordnet
wurden. Aber ist nicht genau dies ein Merkmal des neuen
Denkens: zu erkennen, dass diese „inneren“ Bereiche
des Menschen eminente politische Bedeutung haben? Wenn täglich
Millionen von Menschen an unerfüllter Liebe, an Hass
und Eifersucht zugrunde gehen, ist das nicht ein Politikum
ersten Ranges?
Wir erlernen die Gesetze des universellen Friedens, indem
wir die Gesetze des Vertrauens in der universellen Gemeinschaft
erlernen. Denn alles Leben existiert in Gemeinschaft. Wenn
wir überleben wollen, brauchen wir neue Formen der
Gemeinschaft: Gemeinschaft mit Menschen und Völkern,
mit Tieren und Pflanzen, mit allen Wesen der Natur und Schöpfung.
Wir brauchen Gemeinschaften der Koevolution, der Kooperation
und der gegenseitigen Unterstützung aller Beteiligten,
denn alle folgen sie demselben Lebenstrieb, alle werden
gelenkt durch das Eine Sein, das Eine Bewusstsein, die Eine
genetische Formel, alle zusammen bilden die große
Familie des Lebens auf der Erde.
Die Wiederentdeckung der Gemeinschaft,
die Befähigung zu gemeinschaftlichem Leben, die Bereitschaft
zur Kooperation mit allen Mitgeschöpfen – das
ist die Schlüsselaufgabe unserer Zeit.
Die bekannte Biologin Lynn Margulis hat sinngemäß
geschrieben:
Wenn wir die ökologischen und sozialen Krisen,
die wir herbeigeführt haben, überleben wollten,
wären wir wohl gezwungen,
uns auf völlig neue, dramatische Gemeinschaftsunternehmungen
einzulassen.
Eine deutsche Rockband
(„Die Ärzte“) hat gesungen: Deine Gewalt
ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. Deine Springerstiefel
sehnen sich nach Zärtlichkeit. Unmissverständlich
wird hier auf den Zusammenhang von Liebesentzug und Kriegsbereitschaft
hingewiesen.
Weiter singen sie:
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren, deine Eltern
hatten niemals
für dich Zeit. ... Weil du Probleme hast, die keinen
interessieren,
weil du Schiss vorm Schmusen hast, bist du ein Faschist.
Das sind Zusammenhänge, die wir sehen und verändern
müssen, wenn wir den Krieg beenden wollen. Die kollektive
Ausbreitung der Gewalt, die wir auf der Erde erleben, ist
die Explosion von lange unterdrückten und gestauten
Energien, die nicht in die etablierten Systeme hineinpaßten.
Die amerikanischen oder israelischen oder russischen Jungs,
die mit Panzern und lauter Musik durch Bagdad oder Ramallah
oder Grozny fahren und in die Häuser ballern –
sie kommen alle aus Verhältnissen, die nicht in der
Lage sind, diesen überschießenden Energien eine
positive Richtung zu geben.
Sabine Lichtenfels, Mitbegründerin des Heilungsbiotops
Tamera in Portugal, schreibt:
Krieg entsteht aus lange zurückgehaltener Energie.
Krieg entsteht daraus, dass du einen Teil deiner Seele für
schlecht hältst, verurteilst
und so diesen Teil deiner Kraft der Welt ständig vorenthältst,
bis er eigenständig hervorbricht und zerstörend
wirkt.
Unter diesen Umständen verstehen wir die sadistischen
Grausamkeiten, die jeden Krieg begleiten, wie beispielsweise
die sexuellen Folterungen im Irak.
Ein junger Mann wird gefragt, warum er in der Fremdenlegion
ist. Er sagt: Weil ich ein richtiger Mann werden will.
Wir werden diese Probleme nicht allein durch politischen
Widerstand und durch moralische Appelle oder spirituelle
Innerlichkeit überwinden können. Wir brauchen
definitiv neue Formen des
Zusammenlebens, neue Gemeinschaften und neue Lebensräume,
in denen man auf weichere Art ein richtiger Mann werden
kann, in denen man keine Angst vor der Liebe hat und wo
man keine
Springerstiefel braucht, um seine Sehnsucht zu verstecken.
Wenn wir den Krieg beenden wollen,
müssen wir ihn da beenden, wo er tagtäglich neu
gezeugt und neu geboren wird: In unseren alltäglichen
Lebensverhältnissen, im Dauerstress von geistloser
und monotoner Arbeit, in den Methoden der Profitmaximierung
und der Profitverteilung, in Büros und Fabriken, in
Schulen und Familien, in den Tragödien der Liebe, in
unseren Vorstellungen von Mannsein, Frausein, von Sex und
Liebe, in den viel zu engen Käfigen unseres beruflichen,
sozialen und sinnlichen Lebens.
Wir wollen, dass die
Jugend der Welt nicht mehr in den Krieg zieht?
Dann brauchen wir ein höheres Lebensziel, ein lohnenderes
Leben und eine bessere Einsatzmöglichkeit der jugendlichen
Kräfte.
Wir wollen, dass die weltweite sexuelle Gewalt beendet wird?
Dann müssen wir konkrete Lebensverhältnisse schaffen,
wo sexuelle Freude ohne Gewalt, ohne Erniedrigung und ohne
unnötige Einschränkungen erlebt werden kann.
Wir wollen, dass keine Kinder mehr missbraucht werden?
Dann laßt uns Lebensverhältnisse aufbauen, wo
niemand mehr auf den Gedanken kommt, ein Kind als Sexualobjekt
zu betrachten.
Wir wollen die Welt von Despotismus, Betrug und Lüge
befreien?
Dann lasst uns reale Verhältnisse aufbauen, in denen
Despotismus, Betrug und Lüge keinen evolutionären
Vorteil mehr haben.
Nicht nur träumen, reden, wünschen, appellieren,
sondern aufbauen, real bauen!
Die Welt wird erst besser werden, wenn wir zeigen, dass
es möglich ist. Dafür müssen überzeugende
Modelle geschaffen werden. Das Knowhow dafür ist vorhanden
bzw. es befindet sich in realer Entwicklung und wartet darauf,
an geeigneten Orten sinnvoll zusammengesetzt zu werden.
Für die Errichtung zukunftsweisender Friedensdörfer
liegen sowohl soziale als auch technologische Konzepte bereit,
die bislang mangels finanzieller und publizistischer Unterstützung
noch nicht in der nötigen Größenordnung
verwirklicht werden konnten (siehe www.igf-online.org).
Wenn Sie Geld haben, dann unterstützen Sie bitte die
Entwicklung solcher Modelle. Wenn Sie Journalist/in sind,
dann sorgen Sie bitte für eine positive Verbreitung
der Information. Wenn Sie bekannt sind, nutzen Sie bitte
Ihren Namen und Einfluss für die Umverteilung der Gelder.
Dies alles müssen wir
tun, wenn wir ernsthaft den Krieg, in dem sich unsere gegenwärtige
Welt befindet, beenden wollen.
Wir danken amnesty international
und allen Friedensgruppen für ihren Einsatz. Wir fühlen
uns verbunden mit den Menschen, die an vielen Orten der
Erde das Leben schützen und Widerstand leisten gegen
das weltweite Unrecht. Aber wir müssen darüber
hinaus das positive menschheitliche Ziel sichtbar machen.
Lasst uns dafür die ersten überzeugenden Modelle
schaffen und die vorhandenen Konzepte verwirklichen. Wir
freuen uns auf alle, die mit uns in diesem Sinne kooperieren
wollen. Die Welt braucht jetzt den Zusammenschluss der engagiertesten
Friedensarbeiter/innen, damit auf der Erde ein neues Forum
entsteht: Eine weltweite Kooperative für eine Zukunft
ohne Krieg.
Im Namen unserer Kinder und aller späteren Generationen.
Im Dienste aller Kreatur.
Dieter Duhm
Mai 2005
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